Perlen aufrecht sticken, eine Technik für interessante Flächen

Heute zeige ich euch eine Technik die ich gerne mag und für Flächen nutze die einfach mal ein wenig anders aussehen sollen. Ich nenne sie einfach „Perlen aufrecht sticken“, weil es genau so funktioniert: die Perlen stehen aufrecht auf dem Untergrund und das Loch zeigt nach oben.
Das Ergebnis sieht völlig anders aus als normale Perlenstickerei. Die Perlen liegen nicht flach, sie stehen, und das gibt dem Schmuckstück eine ganz andere Textur. Und weil das Loch oben offen bleibt, kannst du es als Gestaltungselement nutzen, zum Beispiel indem du farbiges Garn benutzt.

Schritt für Schritt:

Befestige den Faden auf der Rückseite. Stich von unten nach oben durch den Untergrund, fädle die erste Perle auf, stich ein Perlenbreite weiter durch den Untergrund nach oben und fädle die zweite Perle auf.

Jetzt gehst du von oben durch die erste Perle zurück nach unten durch den Untergrund.

Unter der Arbeit gehst du neben der zweiten Perle wieder nach oben, fädelst die dritte Perle auf und stichst von oben durch die zweite Perle nach unten.

Dann wieder hoch durch eine vierte Perle, zurück durch die dritte von oben nach unten, und so weiter.

Das Prinzip: immer zwei Perlen verbinden, immer durch den Untergrund zurück, immer eine neue Perle dazu.

Das Garn als Gestaltungsmittel

Weil das Loch der Perle nach oben zeigt, kannst du es bewusst einsetzen. Eine einfache Möglichkeit: farbiges Garn durch die Löcher der fertigen Reihe fädeln. Das Garn liegt dann sichtbar in den Löchern und gibt der Reihe eine zweite Farbe und eine andere Textur.

Das ist kein zusätzlicher Stich, sondern einfach Garn das du hinterher durch die offenen Löcher führst. Wie eng oder locker du es führst verändert den Effekt.

Wofür eignet sich die Technik?

Einzelne Reihen als Akzent in einer größeren Perlenstickerei, zum Beispiel als Trennlinie oder Bordüre. Flächen die komplett in dieser Technik gestickt werden für einen ungewöhnlichen Reliefeffekt. Kombiniert mit normaler liegender Perlenstickerei für Kontrast in Textur und Höhe.

Welche Perlen eignen sich?

Grundsätzlich funktioniert die Technik mit beiden, Rocailles und Delicas. Der Unterschied ist optisch: Rocailles haben einen Bauch und bedecken bei gleicher Anzahl mehr Fläche, das Ergebnis wirkt voller und runder. Delicas sind zylindrisch und feiner, bei gleicher Anzahl Perlen bedecken sie weniger Fläche, das Ergebnis wirkt gleichmäßiger und schlanker.

Rocailles 11/0 sind ein guter Einstieg. Mit 8/0 bekommst du einen deutlicheren Reliefeffekt weil die Perlen größer und höher sind.

Ich habe diese Technik gerade in einem neuen Projekt, einem Fisch-Anhänger in Mischtechnik aus Perlen und Häkelgarn, eingesetzt. Wenn du das nachsticken möchtest, findest du die vollständige Schritt-für-Schritt Anleitung im Shop.

> Fisch-Anhänger, Perlenstickerei in Mischtechnik | Anleitung im Shop, 12€

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